Samstag, 12. Dezember 2009


Vom Christkind

Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen!
Es kam aus dem Wald, das Mützchen voll Schnee,
mit rot gefrorenem Näschen.

Die kleinen Hände taten ihm weh,
denn es trug einen Sack, der war gar schwer,
schleppt und polterte hinter ihm her.

Was drin war, möchtet ihr wissen?
Ihr Naseweise, ihr Schelmenpack -
denkt ihr, er wäre offen der Sack?

Zugebunden bis oben hin!
Doch es war gewiss etwas Schönes drin,
es roch so nach Äpfeln und Nüssen.

Anna Ritter

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Als wir durch das Dorf der Dorze - unweit von Arba Minch - schlendern, beobachten wir, wieviele Tätigkeiten notwendig sind, um das Leben der Gemeinde am Laufen zu halten. Jeder ist irgendwie beschäftigt und trägt zum Gemeinwohl bei.

Die alte Frau schaut konzentriert auf ihre Spindel, damit der gesponnene Faden nicht reißt.


Es ist ebenso Frauenarbeit, das Mark aus den Stämmen der falschen Banane zu schaben. In Blätter gewickelt, wird es für einige Zeit in Erdmulden vergraben, um sich dort zu einer Art Sauerteig zu entwickeln. Dann werden die Teigportionen erneut verarbeitet und Fladenbrote daraus gebacken.

Und wir treffen Frauen beim Töpfern an. Ohne Töpferscheibe stellen sie formschöne Keramiken für den täglichen Bedarf her.




Mittwoch, 9. Dezember 2009

Am nächsten Tag geht es entschieden stressfreier zu. Wir besuchen das Volk der Dorze, das sich in den Bergen rund um die Seen Chamo und Abaya angesiedelt hat. Die falsche Banane, die hier überall wächst, bildet die Lebensgrundlage der Menschen. Aus den Stämmen und Blättern der Pflanze bauen die Dorze ihre Hütten, deren Architektur wir bewundern. Jetzt wissen wir, warum unsere Hotelbungalows so ein bienenkorbartiges Aussehen haben. Sie sind den Hütten der Dorze nachempfunden.







Es ist Aufgabe der Männer, die Bananenblätter zu flechten, um daraus Hütten oder Zäune zu erstellen.


Dienstag, 8. Dezember 2009

Wir nähern uns wieder dem Ufer des Chamo-Sees und bekommen einen Heidenschreck - urplötzlich sind wir in das Reich der Drachen eingedrungen. Riesige Exemplare von Nilkrokodilen lassen sich von der Mittagssonne bescheinen. Alle im Boot sind einer Meinung: Niemand von uns hat jemals so große Echsen gesehen.







Unser Bootsführer macht sich einen Spaß: Er schlägt mit einer Stange aufs Wasser - es lärmt und spritzt. Zwei Krokodile erschrecken sich und suchen Schutz im Wasser, schwimmen ganz dicht an unserem Boot vorbei...

Montag, 7. Dezember 2009

Der Nechisar-Nationalpark ist aber nicht nur eine hübsche Savannenlandschaft mit friedlich grasenden Zebras und treuherzigen Blumen, er verkörpert auch die Wildheit Afrikas. Unser Reiseleiter deutet an, dass der Nachmittag entschieden spektakulärer verlaufen wird. Wir unternehmen nämlich eine Bootsfahrt auf dem Chamo-See.
Das Abenteuer beginnt schon mit dem Anblick des wackeligen Steges, auf dem wir balancieren müssen, um zu dem ankernden Boot zu gelangen.
Die dünnen Rundhölzer, aus denen der Steg gezimmert ist, wirken nicht vertrauenerweckend, zumal zwischen ihnen große Lücken klaffen. Aber kräftige Hände halten uns, sodass alle wohlbehalten im Boot landen.

Zunächst sehen wir viele Wasservögel - vor allem Pelikane, wie diese große Kolonie.


Einzelne scheuchen wir mit unserem tuckernden Gefährt auf.


Aber dann wir es schon ein wenig aufregender: Nil- oder Flusspferde halten sich in Ufernähe auf. Sie gehören - wenn man sie reizt - zu den gefährlichsten Tieren Afrikas.

Respektvoll halten wir Abstand.



Samstag, 5. Dezember 2009

Vorweihnacht

Bald nun ist Weihnacht,
wie freu' ich mich drauf,
da putzt uns die Mutter
ein Bäumlein schön auf;
es glänzen die Äpfel,
es funkeln die Stern',
wie haben wir doch alle
das Weihnachtsfest gern.

Volksgut

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Obwohl gerade Trockenzeit ist, entfalten im Nechisar-Nationalpark Wiesenblumen ihre Blüten - mehr oder weniger bescheiden.






Der Schlangenkaktus ist dagegen ein imposantes Exemplar.